Flugabwehrstellung aus dem 2. Weltkrieg bei West-Souburg /Vlissingen

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Am nördlichen Rand von West-Souburg befinden sich an der Vrijburgstraat die Reste der deutschen Batterie Vrijburg aus dem II. Weltkrieg. Die Batterie Vrijburg war eine von 4 Flugabwehrbatterien im Raum Vlissingen, die die strategischen Ziele Scheldemündung mit den Häfen, den Flughafen und die Schiffswerft De Schelde sichern sollten. Die Batterie wurde auch auf Grund ihrer Lage als Nord Batterie oder auch als Stützpunkt Fichte bezeichnet.

Im Oktober 1944 wurden die Batterien gezielt angegriffen, da sie den Vormarsch der Alliierten behinderten. Die Batterie bekam allerdings bereits vorher durch das eindringende Meerwasser nach der Bombadierung von Westkapelle und dem Nolledeich bei Vlissingen Probleme. Am 18. Oktober war sie bereits vollständig von Wasser umgeben und das Feuerleitradar war ausgefallen. Das letzte Geschütz wurde bis zum 1. November 1944 gegen die Landung in Vlissigen eingesetzt.

Im Jahr 2002 wurden die Reste der Batterie für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Auf den Infotafeln wird darau hingewiesen, dass man die Bunkerreste auf eigene Gefahr betritt.

Lage der Batterie Vrijburg


Rechts neben dem Marker ist einer der achteckiger Geschützbunker in der Google Satellitenansicht sichtbar.

Bunker der Batterie Vrijburg

Die Flugabwehr-Batterie bestand aus 4 Geschützbunkern vom Typ Vf Fla 14 und weiteren Unterstützungs-Bunkern. Es handelt sich um relativ schwach geschützte Bunker in der KLasse VF (verstärkt feldmäßig), da sie nur eine Stahlbetonabdeckung von ca. 30 cm haben.

Zwei der Geschützbunker und der Unterstützungs-Bunker sind bis heute gut erhalten. Der dritte Geschützbunker wurde im Krieg durch einen Treffer stark zerstört. Der vierte Bunker und der Feuerleitstand liegen heute unter der Erde und sind nicht sichtbar.

Die Geschütze waren vom Kaliber 10,5 cm und mit einer Stahlkuppel gegen Witterungseinflüsse und herabfallende Splitter geschützt. Gegen einen direkten Granat- oder Bombentreffer konnten diese dünnen Kuppeln keinen Schutz bieten. Die Kuppeln und Geschütze sind nicht erhalten.

1. Geschützbunker der Batterie Vrijburg

Batterie Vrijburg (3) - 1. Geschützbunker, vom Zentrum aus ausgesehenDer erste Geschützbunker ist am besten erhalten. Die Bilder zeigen ihn einmal von der Vrijburgstraat aus und einmal aus dem Zentrum der Batterie.

Batterie Vrijburg (3) - 1. Geschützbunker, von der Straße aus ausgesehen

2. Geschützbunker der Batterie Vrijburg

Batterie Vrijburg (4) - 2. Geschützbunker, vom Zentrum aus ausgesehenDie Bilder zeigen den zweiten gut erhaltenen Geschützbunker der Batterie. Ein Bild zeigt den Bunker vom Zentrum der Batterie aus und das zweite Bild zeigt den Innenraum des Bunkers mit den Munitionskammern.

Batterie Vrijburg (2) - 2. Geschützbunker, Innenraum

3. Geschützbunker der Batterie Vrijburg

Batterie VrijburgDer dritte Geschützbunker wurde im Krieg durch einen Treffer stark zerstört und heute ist nur noch die Bodenplatte mit der Geschützbefestigung sichtbar.

Aufbau der Geschützbunker in der Batterie Vrijburg

Batterie VrijburgDie Reste der Batterie sind für die Öffentlichkeit zugänglich und zwei Informationstafeln geben Hinweise zur Geschichte. Eine davon zeigt auch den schematischen Aufbau der Bunker.

Unterstützungsbunker der Batterie Vrijburg

Batterie VrijburgIm Vordergrund des Bildes ist ein Unterstützungsbunker zu sehen, in dem heute Fledermäuse überwintern. Im Hintergrund ist einer der Geschützbunker zu sehen. Die genaue Verwendung ist nicht ganz klar. Möglicherweise war hier das Stromversorgungsaggregat der Batterie untergebracht.

Beispiel für eine Stahlkuppel der 10,5 cm Geschütze.

Festung KugelbarkeDie Geschütze und Kuppeln der Batterie Vrijburg sind nicht erhalten.

In der Festung Kugelbarke in Cuxhaven ist ein vergleichbares 10,5 cm Flugabwehrgeschütz mit Stahlkuppel vorhanden. Hier fehlen dafür die Seitenwände des Bunkers. Der grundsätzliche Aufbau der Kuppel ist hier sehr gut erkennbar.

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